Grubenbrand auf dem "Schulgütle"

von Michael Jaesrich

Grubenbrand auf dem

Zur Vorbereitung wurden große Mengen an Brenn- und Schnitzholz gesammelt und von unserem Hausmeister Peter Waimer auf das „Gütle“ gefahren. Den Stamm des gefällten Ahornbaums vom Schulhof hat man gleich dazu gepackt und so dient dieser nun als Sitzgelegenheit auf unserem schuleigenen Stückchen Land.

Die Schüler/Künstler selbst nutzten die neue Fahrradflotte des GEG und erreichten den außerschulischen Lernort nach einer fünzehnminütigen Fahrt durch das Ermstal.

Am Tag des Grubenbrandes gab es viel zu tun. Zu Beginn wurde über der „Baustelle“ ein Pavillon als Schutz gegen Regen und Sonne errichtet, dann begann das Ausheben der eigentlichen Brenngrube. In dieser wurde dann die die nötige Glut erzeugt, wobei das Brenngut auf einer Etage langsam den Temperaturen des Brandes angenähert wurde: bis zu 500 °C sollten erreicht werden. Mit einem kurzen Anruf im Rathaus von Dettingen a. d. Erms war das Ereignis vorsichtshalber bei der Gemeinde und der Feuerwehr angemeldet worden, denn Hitze- und Rauchentwicklung sind bei solch einem Brennvorgang nicht zu unterschätzen.

Nun brauchte es erst einmal Geduld. Zur Überbrückung wurden mitgebrachte Hölzer geschnitzt und bemalt, die nun als Wegmarken unser „Schulgütle“ kenntlich machen. Die Brenngrube eignete sich ganz nebenbei ideal zum Grillen und so war auch für die Verköstigung der fleißigen Künstler gesorgt.

Der eigentliche Brand gestaltete sich äußerst aufregend. Die ersten Keramikteile, die in die Glut gelegt wurden, wurden fast explosionsartig wieder herauskatapultiert. Was war passiert? Dies Geheimnis bleibt wohl ungelöst, wobei Lufteinschlüsse oder feuchter Ton für die Ausfälle verantwortlich sein könnten.

Die meisten Stücke überstanden den Brand jedoch und konnten am Ende vorsichtig aus der Grube gehoben werden. In Heu verpackt, lagert sich Kohlenstoff in der Oberfläche an ohne weiter zu verbrennen: der Effekt des Reduktionsbrandes zeichnete wunderbare Schattierungen auf die Oberflächen. Die Künstler waren zu Recht stolz auf die entstandenen Werke.

Zum Abschluss wurde die Brenngrube wieder zugeschüttet; da die lehmig Erde der Grubenwände aber selbst zu einem Keramikbecken gebrannt wurde, wird sich die Grube leicht für ein zweites Experiment wiederfinden lassen.

 

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